Was für ein Spektakel in der Kleinen EWE Arena! Mit 37:30 (24:13) hat sich der TvdH Oldenburg am Sonntagnachmittag gegen den TV Cloppenburg durchgesetzt. Wie die Oldenburger vor rund 1.100 Zuschauern furios aufspielten – und warum es beinahe nochmal brenzlig wurde.
Herausragend
Schon früh im Spiel übernahmen die Oldenburger vor toller Kulisse die Kontrolle. Ohne eigenen Rückstand schraubten sie den Spielstand nach dem 3:2 (4.) zunächst auf 7:3 und dann bereits Mitte der ersten Halbzeit auf ein deutliches 13:5 (15.). „Wir haben in der ersten Halbzeit eine herausragende Leistung geboten, das war top“, schwärmt TvdH-Trainer Lukas Brötje: „Wir haben genau das umgesetzt, was wir in Habenhausen angedeutet haben, haben es dieses Mal aber vollendet.“
Verwertet
Genau wie in der Vorwoche erspielten sich die Oldenburger wieder zahlreiche freie Würfe, wussten diese dieses Mal aber zu verwerten. Brötje: „Da hat sich jeder ins Team eingefügt und es war ein richtiger Flow.“ Vor allem die beiden Außenspieler Jesse Hummel und Leif Pingel trafen dabei fast nach Belieben, erzielten fünf (Hummel) beziehungsweise sechs (Pingel) ihrer insgesamt acht Treffer vor dem Seitenwechsel. Mit fortlaufender Spieldauer wurde der Vorsprung immer größer, sodass der TvdH nach der ersten Zehn-Tore-Führung (18:8, 22.) beim Stand von 24:13 überaus komfortabel in die Pause ging. Zu komfortabel?
Befürchtet
Denn in den ersten knapp 18 Minuten der zweiten Halbzeit gelangen den Oldenburgern lediglich drei eigene Treffer, Cloppenburg hatte dagegen nichts mehr zu verlieren und agierte deutlich offensiver. „Wir hatten schon befürchtet, dass das Schwerste sein wird, mit der gleichen Energie wieder rauszukommen“, gibt Brötje zu und stellt fest: „Wir hatten dann zu Beginn direkt zwei doofe Ballverluste. Dann folgen zahlreiche schnelle Abschlüsse und wir lassen viele Freie liegen.“ Die Folge: Die Cloppenburger konnten ihr starkes Tempospiel auf die Platte bringen und verkürzten immer weiter. So stand plötzlich „nur“ noch eine 27:24-Führung für den TvdH. „Kompliment an Cloppenburg, das hätte auch kippen können“, so Brötje ehrlich.
Nervenaufreibend
Doch bevor es nochmal so richtig brenzlig werden konnte, fanden die Oldenburger wieder in die Spur und unterbrachen die TVC-Aufholjagd. „Wir haben uns auf unsere Stärken besonnen und die entscheidenden Dinger wieder reingemacht“, lobt Brötje. Nachdem der TvdH so wieder auf 29:24 davongezogen war, wurde es nicht mehr brenzlig. „Wir haben den Schnuller kurz hingehalten und dann doch wieder weggezogen“, sagt Brötje schmunzelnd und hält fest: „Das war schon sehr nervenaufreibend, aber so haben wir den Fans alles geboten, was man in einem Spiel bieten kann.“ Abgesehen vom „kleinen Makel“ nach der Halbzeit verhinderte somit lediglich die 24:36-Niederlage der A-Junioren, die zuvor in der Kleinen EWE Arena dem MTV Braunschweig unterlegen hatten, einen rundum gelungenen Sonntag. (tos)