Serie trotz „Worst Case“ gewahrt: TvdH rettet Sieg in Schaumburg über die Zeit
Der TvdH Oldenburg hat auch sein fünftes Regionalliga-Spiel gegen die HSG Schaumburg gewonnen, dabei nach deutlicher Führung am Ende aber ordentlich zittern müssen. Welchem „Worst Case“ die Oldenburger dabei getrotzt haben.
Der Grundstein
Es war ein Start nach Maß für den TvdH Oldenburg, der zunächst 2:0 (4.) und dann nach dem 3:1 (7.) lange Zeit mit mindestens zwei Toren führte. Mit fortlaufender Spielzeit setzten sich die Oldenburger nach dem 7:5 (12.) sogar immer weiter ab. Erst auf 9:5 (15.), dann 11:6 (17.) und schließlich auf 13:7 (20.). „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, haben Schaumburg in der ersten Halbzeit dominiert und gute Lösungen gegen ihre offensive Abwehr gefunden“, lobt Brötje seine Mannschaft: „Wir hatten eine überragende erste Halbzeit, in der wir den Grundstein gelegt haben. Da bin ich stolz auf die Jungs.“ Zwar bereiteten die Schaumburger den Gästen mit ihrem Tempospiel Probleme und verkürzten auf 15:12 (27.), in die Pause ging es aber trotzdem mit einem ordentlichen Puffer (18:12) – und der sollte sich als enorm wichtig herausstellen.
Der „Worst Case“
Denn die Oldenburger gingen personell schon bald auf dem Zahnfleisch – oder wie Brötje es formuliert: „In der zweiten Halbzeit kommt es dann zum Worst Case.“ Nachdem wegen personeller Engpässe bereits die drei A-Jugendlichen Elias Hülsbruch, Jonas Wehrenberg und Dominik Hohmann im Kader gestanden hatten, verletzte sich im ersten Durchgang auch noch Daniel Jensen. Tom Frankenberg sah zudem früh die zweite Zwei-Minuten-Strafe (20.). „Dann waren wir darauf angewiesen, die A-Jugendlichen zu bringen und hatten in der zweiten Halbzeit keine Rotationsmöglichkeiten mehr“, erklärt Brötje und gibt zu: „Das Spiel hat dann echt viele Körner gekostet.“ Zwar setzten sich die Oldenburger nach dem Seitenwechsel trotzdem sogar erst auf 21:13 (35.) und dann 22:14 (37.) ab, dann aber machten sich die Rückschläge bemerkbar.
Das Zittern
„Dann wurden wir ein bisschen fahrig, haben den Kopf verloren und mussten dem Tempo aus der ersten Halbzeit Tribut zollen“, erklärt Brötje. Tor um Tor schrumpfte die Führung zunächst auf 22:19 (45.), kurz darauf sah Frankenberg mit seiner dritten Zwei-Minuten-Strafe zudem die Rote Karte (47.). In der Folge kehrte auch nach drei erneuten Fünf-Tore-Führungen keine Ruhe ein, weshalb in der Schlussphase aus dem Oldenburger 28:23 (55.) schnell nur noch ein 28:27 (58.) wurde. Auch nach Jonas Rohdes wichtigem Treffer zum 29:27 war das Zittern nicht beendet, weil die Schaumburger postwendend eine Antwort fanden – 29:28 (59.). Doch mehr gelang den Gastgebern nicht, der TvdH rettete den knappen Vorsprung über die Zeit.
Der Stolz
„Ich kann meinen Jungs nur ein Kompliment aussprechen, dass wir es trotz allem nach Hause gebracht haben“, sagt Brötje erleichtert und lobt: „Ich bin stolz, dass wir bei dem Kader mit am Ende acht gestandenen Spielern auswärts die Punkte nach Hause holen“ – und das auch noch, ohne einmal den Ausgleich kassiert zu haben. „Es war in der zweiten Halbzeit nicht immer schön, aber am Ende zählen die zwei Punkte und die sind Gold wert“, hält Brötje glücklich fest. Weiter geht es am kommenden Samstag (19 Uhr) mit dem Heimspiel in Wechloy gegen den VfL Hameln. Brötje: „Wir müssen jetzt gucken, wie wir mit der personellen Lage umgehen können und uns dann schnellstmöglich gut vorbereiten.“ (tos)