Beim TvdH kribbelt’s wieder: Wie die Oldenburger die neue Saison und den Auftakt gegen Habenhausen angehen
Fast viereinhalb Monate liegt das letzte Regionalliga-Spiel des TvdH Oldenburg schon zurück. Mit dem ersten Duell der neuen Saison am Samstag (20 Uhr) auswärts beim ATSV Habenhausen wartet direkt mal ein Kracher – der dennoch zum genau richtigen Zeitpunkt kommen könnte. Warum das so ist und was die „neuformierte“ Mannschaft von Trainer Lukas Brötje in der Spielzeit 2026/27 erwartet.
Das Kribbeln
„Die Vorfreude ist natürlich groß“, strahlt Brötje und erklärt: „Das ist eine spannende Phase in der Vorbereitung: Man hat ein neues Team mit neuen Charakteren, in dem sich eine neue Gruppendynamik bildet und etwas entwickelt. Das macht Spaß – und dann merkst du bei allen: Jetzt geht’s los, dann ist das Kribbeln richtig da.“ Mit Spannung darf nun erwartet werden, wie gut sich die Mannschaft im Laufe der Vorbereitung sportlich bereits gefunden hat. „Das dauert natürlich eine gewisse Weile“, weiß Brötje, kann aber erfreut feststellen: „Auf sozialer Ebene war das gar kein Thema“ – was vor allem am neuen Kader liegt.
Die DNA
Neben zahlreichen Gesichtern aus der Vorsaison sind insgesamt fünf Neuzugänge dabei – wobei vier von ihnen gar nicht so richtig neu sind. Mit Johann Heyen und Mats Christalle wurden zwei talentierte Rückraumspieler aus der eigenen Jugend in den Regionalliga-Kader hochgezogen, die zuvor ohnehin schon länger im Training dabei waren. „Nun bekommen sie ihre Chance“, sagt Brötje und unterstreicht die „DNA“ des Vereins: „Wir wollen mit Eigengewächsen aus der Region arbeiten.“ Zu dieser Kategorie gehören auch Rückraumspieler Fynn Unger und Kreisläufer Tom Frankenberg, die nach langer Vereinszugehörigkeit und zwischenzeitlichem Abschied im Sommer zum TvdH zurückgekehrt sind. Einziger „echter“ Neuzugang ist somit Rechtsaußen Till Eisenmenger aus Delmenhorst. Brötje: „Er hat einen großen Sprung gemacht, ist hungrig und passt gut in unser Konzept.“
Die Kompetitivität
Dass die Integration der Neuzugänge derart schnell verlief, könnte in der Liga, gerade aber auch zum Start zu einem kleinen Oldenburger Trumpf werden. Schließlich wartet mit dem ATSV Habenhausen ein Team, das als Drittliga-Absteiger naturgemäß zu den Favoriten zählt. Allerdings haben die Bremer im Sommer einen enormen Kader-Umbruch durchlebt, die Findungsphase könnte dort also noch etwas länger dauern. „Es ist ein positiver Effekt, wenn man gegen so ein Team am Anfang der Saison spielt“, meint auch Brötje, der die Liga mit drei Absteigern (Habenhausen, TV Bissendorf-Holte und Sportfreunde Söhre) sowie den Aufsteigern VfL Horneburg und HSG Rhumetal) „deutlich stärker“ einschätzt als zuvor – zumal sich mit dem MTV Vorsfelde, den Brötje als Mitfavorit um den Aufstieg einschätzt, sowie der SV Alfeld auch zwei Regionalligisten hochkarätig verstärkt haben. Brötje: „Das heißt, dass wir mehr Kompetitivität, noch mehr Leistungsdruck in jedem Spiel haben. Das ist das Geilste, wenn du gegen gute Leute performen musst.“
Die Ziele
Die eigene Kaderstärke einzuschätzen sei vor dem Ligastart dagegen noch schwierig, erklärt Brötje und betont: „Wir sind zufrieden mit der Vorbereitung und haben eine super Grundlage gelegt, aber jetzt zählt’s.“ Vom ersten Spieltag an möchte Brötje nun den typischen TvdH-Handball sehen. „Wir werden den Fokus auf die Abwehr legen“, sagt er schmunzelnd und nennt die Zielsetzung: „Wir wollen oben mitspielen, attraktiven Handball zeigen, eine Identifikation schaffen und uns entwickeln, sodass wir irgendwann mal in diesen semiprofessionellen bis professionellen Bereich hinkommen.“ Einen Tabellenplatz als Ziel ausrufen möchte er nach Rang vier im Vorjahr allerdings vorerst nicht. (tos)