„Komplett unüblich“: TvdH erwartet in Northeim eine einzigartige Aufgabe – und ein überragender Nationalspieler
Der TvdH steht am Sonntag (17 Uhr) im Auswärtsspiel gegen den Northeimer HC in vielerlei Hinsicht vor einer großen Herausforderung. Was den Gegner so stark und einzigartig macht…
Die Leistungsdichte
Auf den ersten Blick mag die aktuelle Tabelle der Regionalliga etwas überraschen. Gleich sechs Mannschaften – darunter der TvdH Oldenburg (5. Platz) – standen vor dem fünften Spieltag mit 6:2 Punkten da. Doch Trainer Lukas Brötje wundert die starke Punkteausbeute gleich mehrerer Teams keineswegs. „Ich fand es nicht überraschend“, sagt er und erklärt: „Die Liga hat durch die Drittliga-Absteiger an Qualität dazugewonnen, andere Teams haben auch aufgerüstet. Und dann gibt es immer ein Überraschungsteam.“ Letzteres ist in diesem Jahr bisher der TuS GW Himmelsthür. „Es ist eine gute Leistungsdichte. Der Schritt, die Regionalliga einzuführen, hat sich echt bezahlt gemacht“, bilanziert Brötje und freut sich: „Das wird eine ganz, ganz coole Saison, die Qualität in der Liga macht Spaß.“
Die Herausforderung
Richtig viel Qualität erwartet die Oldenburger auch an diesem Sonntag beim bisher punktverlustfreien Spitzenreiter Northeimer HC (8:0 Punkte), gegen den der TvdH bislang alle vier Partien verloren hat. Eine Bedeutung hat die Bilanz für Brötje aber ohnehin nicht. „Dass es eine unfassbar schwierige Aufgabe wird, ist klar“, sagt der Trainer und schmunzelt: „Wir können es positiv formulieren: Bisher lief es immer schlecht, es kann also nur besser werden.“ Doch dafür brauchen die Haarentorer einen sehr guten Tag, weiß auch der warnende Trainer: „Da wartet der Tabellenführer, der über einen außerordentlich gefährlichen Rückraum verfügt und gerade super im Laufen ist.“
Die Einzigartigkeit
Besonders anspruchsvoll mache die Aufgabe aber auch die „komplett unübliche Abwehrformation“, die die Northeimer in dieser Saison spielen. Ihre sehr offensive 3:3-Deckung findet man andernorts im Handball aktuell überhaupt nicht – auch nicht im Profi-Bereich. „Die ist sehr unangenehm und hat als Resultat, dass sie viele Steals bekommen und unfassbar viele Angriffe gehen können. Insbesondere die Außen profitieren davon“, erklärt Brötje, der deshalb „eine taktisch spannende Aufgabe“ erwartet: „Darauf muss man sich vorbereiten, darf sich aber nicht zu sehr darauf fokussieren.“ Schließlich agierten die Northeimer in dieser Saison ebenfalls aus einer 6:0-Abwehr heraus.
Der Ausnahmekönner
Für die eigene Defensive erwartet Brötje dagegen „nichts Neues“, aber eben „eine unfassbare individuelle Qualität“ auf der anderen Seite. Im Kader des Gegners sieht der Trainer derweil „mindestens den interessantesten, vielleicht sogar den besten Spieler der Liga“: Tan Kang. Der südkoreanische Nationalspieler war bereits in der vergangenen Saison zu den Südniedersachsen gewechselt, „blüht dieses Jahr aber richtig auf“, lobt Brötje: „Unfassbar, eine Athletik-Bombe, super im Eins-gegen-eins und wurfgewaltig – das ist für unsere Liga wirklich oberste Schublade.“ Besonders beeindruckend beim 27-Jährigen: „Ob du die erste oder 50. Minute anguckst“, so Brötje: „Der ackert in Angriff und Abwehr gleich. Der hat Beine, das ist unfassbar.“ Dennoch mahnt der TvdH-Trainer: „Es wäre fatal, wenn wir uns nur auf ihn fokussieren würden. Wir müssen es systematisch lösen.“ (tos)