Mit 31:30 (16:16) hat sich der TvdH Oldenburg (10:6 Punkte, 6. Platz) am Samstagabend beim VfL Horneburg (6:10, 10.) durchgesetzt. Warum die Haarentorer aus diesem Sieg viel mitnehmen können.
Enges Wellen-Spiel
Unruhig war Lukas Brötje in den Schlussminuten nicht – und das, obwohl die Partie zwischen dem VfL Horneburg und seinem TvdH Oldenburg denkbar eng und folglich spannend war. „Ich werde ja auch älter und ruhiger“, sagt Brötje schmunzelnd und erklärt: „Man guckt sich das an und führt sich vor Augen, was bisher gut oder auch nicht gut geklappt hat.“ Eindrücke hatte es zuvor im „Wellen-Spiel“ schließlich genug gegeben. Zunächst in der Anfangsphase, als der TvdH stets einem knappen Rückstand hinterherlief. „Wir haben es nicht geschafft, ihr schnelles Tempospiel zu unterbinden, standen zu isoliert und hatten zu wenig Höhe“, analysiert der Trainer die eigene Defensive.
Verpasste Chancen
Dann ließ diese über sieben Minuten lang aber plötzlich gar kein Tor mehr zu. Den 6:8-Rückstand (13.) drehte der TvdH somit zur ersten eigenen Führung (9:8, 17.) und sogar auf 11:8 (19.). Die Oldenburger schafften es aber nicht, sich weiter abzusetzen. Horneburg zog nach und konterte ab dem 12:12 (25.) jedes weitere TvdH-Tor im ersten Durchgang, ehe die Gastgeber selbst wieder in Führung gingen. Diesen Treffer von ihrem besten Torschützen Tom Peters (acht Tore, 7/7 Siebenmeter) zum 16:15 egalisierte Jesse Hummel noch zum 16:16-Halbzeitstand (30.). Trotz stetiger Führung nach dem Seitenwechsel gelang es dem TvdH jedoch nicht, wegzuziehen. Brötje: „Wir hatten drei Mal die Chance, haben es aber eben nicht geschafft. Das müssen wir uns selbst ankreiden.“
Erfreuliches Comeback
So kamen die Gastgeber erst nach mehreren Zwei-Tore-Führungen des TvdH und auch nach dem Oldenburger 29:26 (54.) zurück. „Wir waren zu undiszipliniert und haben nicht geduldig genug gespielt“, moniert Brötje und fasst zusammen: „Die Defensive war das Problem, da kamen wir gar nicht rein und haben zu viele einfache Tore aus dem Tempospiel und auch Sechs-gegen-sechs zugelassen.“ Gut getan habe seiner Mannschaft daher auch das Comeback von Abwehrchef Leonard Fischer, der insgesamt über eine halbe Stunde auf der Platte stand und den ersten Einsatz seit über eineinhalb Monaten körperlich gut verkraftete. „Wir brauchen ihn unbedingt“, sagt Brötje und lobt: „Er hat uns insbesondere in der zweiten Halbzeit eine gewisse Sicherheit gegeben.“ Dazu habe zudem auch der zwischenzeitliche Torwartwechsel zu Marcus Krey beigetragen. Dennoch konnten beide sowie Jannik Rohde, der in den letzten vier Minuten noch drei Bälle parierte, nicht verhindern, dass die Gastgeber noch zum 30:30 ausglichen (59.) – womit wir bei eingangs erwähnter Spannung angekommen wären.
Wichtige Eigenschaft
Nachdem Oldenburgs bester Schütze des Abends, Jonas Rohde (acht) 20 Sekunden vor Schluss das 31:30 erzielt hatte, galt es, noch einen letzten Horneburger Anlauf zu überstehen. „Diesen Angriff verteidigen wir und das ist am Ende entscheidend“, sagt ein erleichterter Brötje, der eine Sache ganz besonders betonen wollte: „Wir haben in der Vergangenheit viel drüber gesprochen, dass wir uns auswärts schwertun und auch mal nach guten Spielen nichts mitgenommen haben. Jetzt haben wir uns auch wieder schwergetan, aber hinten raus deutlich gesteigert und sind am Ende ruhig geblieben“ – ein Ergebnis mit Signalwirkung: „Das ist eine ganz wichtige Eigenschaft, die man als Team lernen muss: Die knappen Spiele – auch auswärts – für sich zu entscheiden. Das ist ein Lernprozess. Je mehr solcher engen Spiele man als Team bestreitet, desto mehr gewöhnt man sich daran und weiß, wie man selbst reagiert und wie man sich dann verhalten muss.“ (tos)