Mit der SV Alfeld kommt am Samstag (19 Uhr) ein bisher noch punktloses Team in die Halle in Wechloy. Warum die Tabelle trügt und wie der TvdH Oldenburg eine Reaktion auf das vergangene Wochenende zeigen möchte.
Trügerisch
Die Niederlage beim Regionalliga-Spitzenreiter Northeim am vergangenen Wochenende war deutlich (24:33), Lukas Brötje hinterher entsprechend unzufrieden. Eine andere Aufarbeitung als gewöhnlich gab es dennoch nicht, wie der Trainer erklärt: „Es gab nichts Außergewöhnliches. Die Retrospektive bringt nichts, wir müssen nach vorne schauen.“ Und da kommt nun die SV Alfeld (0:10Punkte), die als eines von drei punktlosen Teams zum rechten Zeitpunkt zu kommen scheint. Doch der Schein, der Blick auf die Tabelle, trügt – und bringt gleichzeitig eine Gefahr mit. „Wir müssen gegen ein Alfelder Team spielen, das mit dem Rücken zur Wand steht. Die werden hier herfahren und alles reinschmeißen“, warnt Brötje und betont: „Sie haben nichts zu verlieren, das kann gefährlich sein.“
Undankbar
Dass die „Piraten von der Leine“ nach dem Saisonstart derart schlecht dastehen, hängt auch mit dem für sie bitteren Spielplan zusammen. „Undankbarer kannst du nicht in eine neue Saison starten als mit dem Auftaktprogramm Northeim, Bissendorf und Söhre. Guten Morgen“, sagt Brötje fast schon mitfühlend: „Da werden dir dann schon mal die Grenzen aufgezeigt, das ist echt heftig.“ Nach den Duellen gegen den Ligaprimus sowie die beiden Drittliga-Absteiger folgten zudem Niederlagen in Horneburg und gegen Beckdorf. „Sie haben gewisse Stärken im Kader, aber auch gewisse Schwächen. Sonst würden sie auch nicht so dastehen. Es hat ja einen Grund, dass man die Spiele verliert, auch wenn man gegen die Top-Teams spielt“, sagt Brötje.
Energetisch
Näher thematisieren möchte Brötje die Alfelder Schwächen aber nicht, weder öffentlich noch intern. „Das war für uns in der Vorbereitung kein Thema“, verrät der Trainer und erklärt: „Es geht darum, unsere Stärken durchzubringen und dann müssen deren Schwächen hervortreten. Wir sind bei uns.“ Bedeutet konkret: „Wir müssen unser Spiel auf die Platte bringen und dem Gegner zeigen, dass sie beim TvdH spielen. Dann werden wir erfolgreich sein.“ Gelingen soll das auch mit der Hilfe von der Tribüne. „Wir müssen über die Energie kommen und unser leidenschaftliches, körperliches Spiel bringen. Da hilft es, wenn die Halle gut gefüllt ist und man so einen Hexenkessel erzeugen kann“, sagt Brötje, der im Gegensatz zum Oldenburger Kramermarkt augenzwinkernd etwas versprechen kann: „Bei uns ist es warm und trocken – außer im Foyer. Da kann man auch was für seine Kehle tun.“
Gefährlich
Im Fokus steht aber natürlich dennoch das Geschehen auf der Platte, wo Brötje „ein schwieriges Spiel“ erwartet. In der insgesamt guten Regionalliga hatte der Trainer die SV Alfeld vor der Saison noch als eine Mannschaft genannt, die sich ordentlich verstärkt hat. „Sie haben ein Potenzial im Kader, das es gefährlich macht, gegen sie zu spielen“, warnt Brötje und nennt exemplarisch Neuzugang und Rückkehrer Matteo Ehlers. „Da haben sie einen hochqualitativen Spieler dazubekommen, der schon höherklassig gespielt hat und im perfekten Handball-Alter ist.“ Brötje spricht deshalb auch von einer Findungsphase und fügt an: „Das dauert ein bisschen, aber es wäre fatal, sie zu unterschätzen.“ (tos)