Am Samstag (19 Uhr) enden die Auswärtswochen des TvdH Oldenburg. Nach den Spielen in Söhre (27:29) und Horneburg (31:30) gastiert der Tabellensechste der Regionalliga (10:6 Punkte) zum Abschluss beim SV Beckdorf. Warum die Aufgabe beim Tabellenachten (7:9) richtig unangenehm werden dürfte.
Die Vorgeschichte
Gerade einmal ein Pünktchen und 15 Tore hatten den TvdH Oldenburg und den SV Beckdorf zum Ende der vergangenen Saison getrennt. Dass die Oldenburger als Tabellenvierter nur hauchzart vor den fünftplatzierten Beckdorfern landeten, lag auch am direkten Duell im Landkreis Stade, das der TvdH im Januar deutlich mit 22:31 verloren hatte. Zu viele Fehlwürfe schon in der Anfangsphase hatten die deutliche Niederlage damals auf den Weg gebracht. Kein Wunder also, dass Trainer Lukas Brötje nun vorm Wiedersehen betont: „Wir wollen das, was wir vorbereiten, gut umsetzen, um Tore zu generieren und vor allem die freien Dinger reinzumachen.“ Zwar ist der damalige Beckdorfer Torwart Dennis Klingebiel inzwischen nach Horneburg weitergezogen, doch zuletzt zeigte sich auch dessen Nachfolger Markus Clever in starker Form.
Die Warnung
„Er hat in der vergangenen Woche wirklich starke Paraden gezeigt“, blickt Brötje auf die knappe 26:29-Heimniederlage der Beckdorfer gegen Bissendorf-Holte zurück. Dabei hatte sich der favorisierte Drittliga-Absteiger in der kleinen, engen Halle merklich schwergetan. „Die Atmosphäre dort ist sehr unangenehm“, warnt Brötje vor einem stimmungsvollen Publikum. Doch nicht nur auf den Tribünen geht es heiß her, auch auf der Platte könnte es hitzig werden. Brötje: „Das ist kein Rüpel-Team, aber sie definieren sich – insbesondere im Innenblock – schon sehr über die Körperlichkeit. Wir können uns auf ein körperlich geprägtes Spiel einstellen. Da hat es selbst so ein Top-Team wie Bissendorf, das selbst in der 3. Liga viele Tore erzielt hat, schwer.“
Der Lerneffekt
Wie die Bissendorfer nach engem Spielverlauf dennoch den Sieg einfuhren, dient dem TvdH dabei nun durchaus als Vorbild. „Sie haben es par excellence gezeigt. Ganz kurz vor Schluss ziehen sie an und kommen weg, weil sie ruhig bleiben und ihren Spielstil weiter durchbringen“, analysiert Brötje und betont: „Das ist eine ganz wichtige Eigenschaft, die wir auch durchbringen müssen.“ Nachdem die Oldenburger in der Vergangenheit – zum Beispiel beim letzten Auswärtsspiel in Beckdorf – durch Misserfolge im Spiel den Faden verloren hatten, ist Brötje angesichts der jüngsten Entwicklung frohen Mutes: „Wir hoffen natürlich auch auf den positiven Lerneffekt aus den letzten beiden Spielen, in denen wir es geschafft haben, unser Spiel weiterzuverfolgen.“
Die Ansage
Dafür will der Trainer auch eine Begleiterscheinung des Beckdorfer Spiels für sich nutzen. 30 Zwei-Minuten-Strafen haben die Stader in den bisherigen acht Partien bereits kassiert. „Man sieht, dass sie viele Zwei-Minuten-Strafen haben. Wir müssen probieren, diese auch zu ziehen.“ Weil der TvdH dagegen bislang „nur“ auf 22 Zeitstrafen kommt, gebe es zudem „ganz klar“ auch die Ansage an seine Mannschaft, nicht zu lieb zu sein: „Körperlichkeit kannst du nur matchen, indem du selber bereit bist und dem Gegner signalisierst, dass ihm auch etwas entgegensteht. Wir müssen auch eine Härte reinbringen, aber eben ohne immer wieder in Unterzahl-Situationen zu geraten.“ Schließlich soll nach dem Spiel am Samstag nicht nur ein Pünktchen und ein paar Tore die beiden Teams trennen. (tos)