„Riesen-Chance“: TvdH-Auswärtswochen starten beim Spitzenreiter – Weichenstellung auch in zweiter Mannschaft

Nach kurzer Erholungspause warten auf den TvdH Oldenburg herausfordernde Wochen, gleich drei Auswärtsspiele am Stück stehen an. Den Auftakt macht das Duell mit Drittliga-Absteiger und Regionalliga-Spitzenreiter Sportfreunde Söhre am Samstag (19.30 Uhr). Wie TvdH-Trainer Lukas Brötje die Auswärtswochen angeht.

Die „Riesen-Chance“

Nach der Partie in Söhre geht es für den Tabellensechsten (8:4 Punkte) zum VfL Horneburg und zum SV Beckdorf. Um ein weiteres Heimspiel in der Kleine EWE Arena austragen zu können, hatte der TvdH das Heimrecht für die Horneburg-Partie getauscht, weshalb der Aufsteiger erst in der Rückrunde nach Oldenburg reisen wird (19. März, 20 Uhr). Obwohl sich die Haarentorer zu Hause bekanntlich wohler fühlen als auswärts, sieht Brötje in den kommenden Aufgaben auch „eine Riesen-Chance: Wir können uns drei Mal beweisen und zeigen: ‚Wir sind ready.‘“ Der Trainer bestärkt also eine positive Herangehensweise, statt sich auf negative Erfahrungen vergangener Auswärtsspiele zu fokussieren und gibt die Marschroute vor: „Es geht darum, die Konstanz herzustellen, also dass wir die positive Entwicklung aus den Heimspielen, in denen wir die Gegner stark dominiert und sehr gute Resultate erzielt haben, auch auf die Auswärtsspiele übertragen.“

Das „Mega-Brett“

Das eigene Selbstverständnis soll auch durch die Aufgabe beim Tabellenführer (10:2 Punkte) nicht geschmälert werden. Brötje: „Dass mit das schwierigste Auswärtsspiel der Saison ansteht, ist ein Fakt, aber das heißt nicht, dass man nicht positiv überraschen kann. Wir wollen zeigen, dass wir gegen die Top-Teams nicht nur mithalten, sondern auch überzeugen können.“ Dabei erwartet der Trainer in Söhre einen „richtigen Hexenkessel: Die Halle ist klein und sehr laut. Da geht es darum zu zeigen, inwieweit wir schon gewisse Automatismen trotz Stresssituationen, die definitiv kommen werden, abrufen können.“ Doch längst nicht nur aufgrund der Atmosphäre bezeichnet der Trainer Söhre als „Mega-Brett“, sondern vor allem mit Blick auf die eingespielte Mannschaft: „Sie haben jahrelang mit dem gleichen Team in der 3. Liga gespielt und haben eine ‚Starting Seven‘, die für unsere Liga herausragend ist.“ Herausheben könne man aus dem starken Kollektiv zudem niemanden.

Der Rückschlag

Die TvdH-Abwehr dürfte von der bisher besten Offensive der Liga (207 Tore) also ordentlich auf die Probe gestellt werden. Dass auch nach der kurzen Erholungspause weiterhin verletzte Spieler fehlen, macht die Aufgabe fraglos nicht einfacher. Einen bitteren Rückschlag gab es zudem jüngst für Mats Christalle, der sich im Training beim unglücklichen Abstoppen das hintere Kreuzband gerissen hat und nun drei bis vier Monate ausfällt. „Das ist immer blöd für einen jungen Spieler, aber leider gehört es zu unserem Sport ein Stück weit dazu“, sagt Brötje und bedauert: „Für uns ist es ärgerlich, weil er zuletzt Einsatzzeit bekommen, auch ein Tor geworfen und sich im Training sehr engagiert präsentiert hat.“ Optimal nutzen soll der talentierte Rückraumspieler die kommenden Monate dennoch: „Mats hat herausragende Schnelligkeits- und Ausdauerwerte, aber im Rückraum ist es schwierig, wenn man gegen 100 Kilogramm prallt. Jetzt kann er daran arbeiten, dass er sich körperlich entwickelt.“

Die Weichen

Ärgerlich sei der Ausfall aufgrund Christalles Zweitspielrecht auch für die 2. Herren der Oldenburger, die nun Florian Doormann zusätzlich zu seiner Tätigkeit als A-Jugend-Trainer übernimmt. Auch dort stellt der TvdH die Weichen nun auf Zukunft, wie Brötje erklärt: „Wir wollen daraus eine U21 machen, die aus A-Jugendspielern und aus Spielern von mir, die doppelt spielen können, besteht.“ Der Plan: „Wir wollen ihnen Spielzeit geben und das klare Ziel ist, aufzusteigen und in den höherklassigen Handball zu kommen, damit sie besser gefördert werden.“ (tos)

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